Mit viel Kampf dagegenhalten

Nichts zu verlieren hat ProA-Ligist Team Ehingen Urspring am Mittwochabend zu Gast beim Aufstiegsaspiranten Crailsheim Merlins.

Von Helen Weible, Ehinger Tagblatt, SWP, 24.01.18
Foto: Jürgen Emmenlauer

Derby in Crailsheim – und was für eins! In der Arena Hohenlohe erwartet am Mittwochabend (19.30 Uhr/live auf airtango.de) der Tabellenzweite der 2. Basketball-Bundesliga ProA den Letzten im Ranking. Das Team Ehingen Urspring wagt sich ins Rund und kämpft gegen eine Mannschaft von Erstliga-Format um den Klassenerhalt. Wenn dieses Duell mal nicht vor Energie und Drama sprüht.

Zu dieser Zeit in der Saison und nach anstrengender englischer Woche kommt dieses Auswärtsspiel für die Steeples nicht gerade gelegen. Aber dennoch bietet dieses Derby eine Bühne, um zu zeigen, in welcher Verfassung sich das Team Ehingen momentan befindet. Die 85:105-Hinspielniederlage gilt es auf jeden Fall zu toppen. „Wir haben gegen ein Spitzenteam 85 Punkte erzielt, aber eben über 100 zugelassen“, sagt Steeples-Coach Domenik Reinboth. Gegen ein bärenstarkes Ensemble muss man genau hier ansetzen: „Denen Möglichkeiten wegnehmen, wo immer es geht.“

Große Namen, starkes Team

Die Merlins verfügen über einen Kader, der in der Liga seinesgleichen sucht. Mit dem US-Aufbauspieler Frank Turner und US-Center Sherman Gay haben sie die zwei effizientesten Akteure der ProA in der Mannschaft. Sie sind Dreh- und Angelpunkt bei den Zauberern, dazu gesellen sich weitere Namen, hinter denen Erfahrung und großes Können steckt: Konrad Wysocki, Chase Griffin und Michael Jost. Gegen das offensivgewaltigste Team der Liga bleibt am Ende nur „kämpferisch dagegenhalten“, in den „eigenen Ryhthmus finden“ und nicht zu früh hinterherzuhinken.

Leichter gesagt als getan. Wie beim 67:82 gegen Kirchheim zu sehen war, reicht es nicht, das Level nur zwei Viertel auf einem ordentlichen Niveau hochzuhalten. Dass Ehingens Verteidigung und das Angriffspiel ab dem dritten Viertel nachließen, lag weniger an dem Kraftverlust als am unkonzentrierten Arbeiten.

Treffen und verhindern

„Wenn selbst Freiwürfe und einfache Korbleger nicht fallen, dann überträgt sich die schlechte Offensive auch auf die Rückwärtsbewegung“, erklärt Reinboth. Kirchheim habe immer wieder die zweiten Wurfchancen nutzen können und so das Spiel entschieden. Hinzukam der Ausfall Devon Moores, der im vierten Durchgang in der 33. Minute das Feld mit einer Handverletzung verlassen musste. Auch Foulprobleme zählte Reinboth zu den Gründen, warum es gegen Ende des Spiels nicht mehr lief.

Ein Glück für das Team Ehingen Urspring, dass Kevin Yebo sich am Samstag in den Dienst der Mannschaft gestellt und durchgebissen hatte. Eine Bänderdehnung am Fuß aus dem Nürnberg-Spiel steckte der fleißige Flügelspieler einfach mal so weg und ackerte 32 Minuten stark wie immer auf dem Parkett. Für das Spiel am Mittwoch wird man auf den 21-Jährigen setzen, genauso wie auf einen stark werfenden Davonte Lacy und Seger Bonifant. Von den drei NBBL-Youngsters, die gegen Kirchheim keine Einsätze bekamen, werden voraussichtlich nur Kevin Strangmeyer und Franklyn Aunitz in Crailsheim dabei sein. Moritz Noeres leidet unter einem starken Magen-Darm-Infekt.

Seinen Spielern hat Reinboth die vergangenen Tage viel Ruhe und Zeit gegeben, um sich regenerieren zu können für den Kraftakt. Crailsheims Coach Tuomas Iisalo geht jedenfalls von einem temporeichen Spiel aus. Und seine Mannen haben auch eine Niederlage wieder gutzumachen; die bei Spitzenreiter Rasta Vechta.

FEBRUAR-PROGRAMM UND RECHENSPIELE

Drei Heimspiele und eine weite Auswärtsfahrt kommen im Februar auf das Team Ehingen Urspring in der
2. Bundesliga ProA zu:

04.02. OrangeAcademy (H)
11.02. Hamburg (A)
18.02. Paderborn (H)
24.02. Hagen (H)

Im Grunde müssen für den Klassenerhalt alle gewonnen werden, da danach nur noch potentielle Playoff­-Teams folgen. Die Steeples sollten bei erst vier Siegen noch vier bzw. besser fünf Erfolge feiern, um auf eine „sichere“ Zahl zu kommen. Da davon auszugehen ist, dass Hamburg und Hagen aus elf Spielen mindestens einmal punkten, kommt es vor allem auf einen Derby-Sieg gegen die Orange Academy an, der höher ausfallen sollte als der 78:69-Hinspielsieg von Ulm. hel